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Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel
über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen: ... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! - Alles ist Geist.
[*]Franz Kafka (1883-1924), deutschsprachiger Schriftsteller, in
einem Brief an Felice Bauer am 02. Januar 1914: „Ich liebe Dich, Felice, mit allem, was an mir menschlich gut ist, mit
allem, was an mir wert ist, daß ich mich unter den Lebendigen herumtreibe. Ist
es wenig, so bin ich wenig. Ich liebe Dich ganz genau so, wie Du bist, das, was
mir an Dir gut scheint, wie das, was mir nicht gut scheint, alles, alles. So
ist es bei Dir nicht [...]. Du bist mit mir nicht zufrieden, Du hast an mir Verschiedenes
auszusetzen, willst mich anders haben, als ich bin. Ich soll ‚mehr in der Wirklichkeit‘
leben, soll mich ‚nach dem, was gegeben ist, richten‘ usf. Merkst Du denn
nicht, daß Du, wenn Du solches aus wirklichem Bedürfnis willst, nicht mehr mich
willst, sondern an mir vorüber willst? Warum Menschen ändern wollen, Felice?
Das ist nicht recht. Menschen muß man nehmen, wie sie sind oder lassen, wie sie
sind. Ändern kann man sie nicht, höchstens in ihrem Wesen stören.“
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