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Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel
über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen: ... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! - Alles ist Geist.
[*]Meyrink, Gustav
(1868-1932), österreichischer Schriftsteller und Übersetzer, dessen Werke von
der mystischen, alchemistischen Suche und Verwandlung des Menschen geprägt
sind, in: Das grüne Gesicht, 12. Kapitel, Chidher Grün: „Willst du in das Reich
der Toten gehen, um die Lebendigen zu suchen? – Glaubst du, ‚drüben‘ ist die
Wirklichkeit? Es ist nur das Land vergänglicher Wonnen für blinde Gespenster,
so wie die Erde das Land vergänglicher Schmerzen für die blinden Träumer ist!
Wer nicht auf der Erde das ‚Sehen‘ lernt, drüben lernt er’s gewiß nicht! –
Meinst du, weil ihr Körper wie tot liegt, könne sie nicht mehr auferstehen? Sie
ist lebendig, n u r d u bist noch tot.
Wer einmal lebendig geworden ist wie sie, kann nicht mehr sterben, – wohl aber
kann einer, der tot ist wie du, lebendig werden. … Eva hat sich nach u n v e r
g ä n g l i c h e r Liebe gesehnt: ich habe sie ihr gegeben – und werde sie um
ihretwillen auch dir geben. Die vergängliche Liebe ist eine gespenstische Liebe.
/ Wo ich auf Erden eine Liebe keimen sehe, die über die Liebe zwischen
Gespenstern hinauswächst , da halte ich meine Hände wie schirmende Äste über
sie zum Schutz gegen den früchtepflückenden Tod, denn ich bin nicht nur das
Phänomen mit dem grünen Gesicht – ich bin auch Chidher, der ewig Grünende
Baum.“
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